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Unser Lesekonzept

Vorbemerkungen

Mit unserem Lesekonzept möchten wir bei unseren Schüler*innen Lesefreude und Erfolgserlebnisse durchgängig und nachhaltig erreichen. Im Sinne der Idee unserer Schule „PERSÖNLICHKEIT STÄRKEN – BESSER LERNEN – ERFOLGE ERZIELEN“ gehört das Schaffen einer Lesekompetenz im ersten Schritt zu einer ganz individuellen Stärkung, die es dem einzelnen Kind ermöglicht, seine Stärken auszubauen, um am Ende der Schulzeit den bestmöglichen Abschluss zu erreichen. Im zweiten Schritt ist unser Ziel, für die uns anvertrauten Kinder eine bessere Orientierung zu einer mündigen Teilnahme am Leben einer pluralistischen Gesellschaft zu schaffen.

Unsere Leseprojekte

1. „Lesen macht stark – Lektüren und Lesetag”

Vor diesem Hintergrund ist gleich zu Beginn der Gründung unserer Schule das besondere Projekt „Lesen macht stark – Die ganze Schule liest – Lektüren und Lesetag an unserer Schule“ entstanden.  Wir streben eine intellektuelle und emotionale Auseinandersetzung mit den jeweiligen Lektüren an: Eine Vielzahl von differenzierten und individualisierten Zugriffen soll es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, sich mit inhaltlichen, gesellschaftspolitischen, geschichtlichen sowie sozialen Aspekten zu beschäftigen.

Durch die Wahl der Lektüre (s. u.) und die intensive Auseinandersetzung eines ganzen Jahrganges mit einem Buchtitel wird neben der Lesefreude und Erweiterung der Lesekompetenz eine „Verbundenheit“ mit dem jeweiligen Thema erreicht, von der die Schüler*innen in den unterschiedlichsten – nicht nur unterrichtlichen – Zusammenhängen weit über den zeitlichen Rahmen des Projektes hinaus profitieren: Sie erweitern ihr „Weltwissen“ und entwickeln sich durch die Identifikation mit den Protagonisten der verschiedenen Lektüren persönlich weiter, indem sie den Transfer in ihre eigene Lebenswelt herstellen, um eigene Wertvorstellungen für sich erarbeiten zu können.

Uns ist es wichtig, dass unseren Schüler*innen durch die Tradition des Lesetages und der vorausgehenden Lektüre die Bedeutung des Lesens bewusst ist (Richard Bamberger: Erfolgreiche Leseerziehung in Theorie und Praxis. Wien 2000. S. 16.):

  • Leser*innen sind bessere Denker.
  • Leser*innen sind zu Kritik fähig und besitzen ein entwickeltes Urteilsvermögen.
  • Leser*innen sind interessierter am politischen und gesellschaftlichen Geschehen und somit auch informierter.
  • Leser*innen sind unabhängiger von anderen Meinungen. Sie sind fähig, ein eigenes Welt- und Gesellschaftsbild zu kreieren.
  • Leser*innen sind motivierter, die an sie gestellten Anforderungen im Alltag zu bewältigen.
  • Leser erweitern ihren Wortschatz, ihr Wissen und ihre Fähigkeit zur Kommunikation.
  • Leser*innen erweitern ihren geistigen Horizont und ihr emotionales Empfinden wie etwa ihre Empathiefähigkeit.
  • Leser*innen können ihre Freizeit sinnvoller gestalten.

 

1.1 Lektüren

Drei bis vier Wochen vor den Osterferien beginnt jede Klasse im Deutschunterricht in jeder Jahrgangsstufe mit der Lektüre der sog. „Jahrgangsbücher“. Wir achten dabei auf die Wahl altersgerechter Bücher, die mit hoher Wahrscheinlichkeit „Lesefreude“ auslösen und Identifikationsmöglichkeiten bieten. Im Vorfeld findet sich eine größere Gruppe von Deutschkolleg*innen alle zwei Jahre zu einer Fortbildung, zu der die Hiltruper Buchhandlung  regelmäßig einlädt. Hier werden von einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin zweier Schulbuchverlage die neuesten Erkenntnisse zum Thema Leseförderung dargelegt und anschließend ausführliche Lektüretipps für alle Jahrgänge und Niveaustufen themenzentriert gegeben.

Die Fachgruppe Deutsch hat sich entschieden, im 5. Jahrgang  das Thema „Soziales Miteinander“ in den Mittelpunkt  der Lektürewahl zu stellen, für die folgenden Jahrgänge sollten sich Lektüren mit gesellschaftskritischem oder gesellschaftspolitischem Inhalt,  dem Thema „Identitätsfindung“ und Thema „Kindheit und Jugend in der NS-Zeit“ anschließen. Unsere Schule ist Mitglied der Arbeitsgruppe „Erinnerungskultur“ aller Schulen in Ahlen. In jedem Jahr beteiligen wir uns an Projekten, die an das menschenverachtende  Weltbild der Nationalsozialisten erinnern. Hier soll für das Verständnis bei unseren Schülerinnen und Schülern ein Grundstein gelegt werden.

1.2 Lesetag

Am Freitag vor den Osterferien ist nun schon traditionell der Lesetag, an dem alle Klassen fünf Stunden am Vormittag an verschiedensten – meist kreativen, handlungsorientierten Produkten zu den Themen der Lektüren arbeiten, z. B.:

  • Lesekisten
  • Rollenspiele
  • kleine Theaterstücke
  • Buchkritiken
  • Informations- oder Werbeplakate
  • Erarbeitung von geschichtlichen oder gesellschaftspolitischen Hintergründen
  • Einladen von Referenten (z. B. eine junge Frau, die aus Afghanistan geflüchtet ist, zu der Lektüre „Die Geschichte von Malala“)
  • usw.

Die sechste Stunde dient der gegenseitigen Präsentation der am Vormittag erstellten Produkte. Jeweils zwei Klassen eines Jahrganges stellen sich ihre Ergebnisse vor. Diese Präsentation wird von den Schülerinnen und Schülern sehr wichtig genommen, dabei spielt die Neugier auf die Arbeiten der anderen eine ebenso große Rolle wie die Lust, sein eigenes Produkt stolz vorzustellen. Dazu werden die Klassenräume entsprechend hergerichtet: Jede Klasse gestaltet ihren Raum für die Gäste der jeweils anderen Klasse besonders schön.

Im Anschluss werden ausgewählte Produkte des Lesetages im sog. „Haus des Lernens“ und in der Schülerbücherei ausgestellt.

Die zeitliche Nähe zum „Welttag des Buches“ ist beabsichtigt. Die Klassen des 5. Jahrganges haben die Möglichkeit, die Lesefreude fortzusetzen, indem jeder Schüler über den ortsansässigen Buchhandel einen Gutschein für das Buch „Ich schenk dir eine Geschichte“ erhält.

„Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern …“

Malala Yousafzai, Nobelpreisträgerin, in ihrer Rede vor den Vereinten Nationen

2. Täglich 10 Minuten lesen – Klasse 5-7

Nach einem Rollplan wird einmal am Tag im Klassenunterricht 10 Minuten im Lieblingsbuch gelesen.

 

3. Basistraining (BASTRA) Deutsch: Lesetraining im 6. Jahrgang

Alle Schüler*innen absolvieren im Klassenverband ein Lesetraining mit verschiedenen Lesestrategien (5-Gang-Lesemethode, Leseschlüssel, W-Fragen-Uhr, …  ) auf unterschiedlichen

 

4. Schülerbücherei und Schülerbüchereibuddys

4.1  Schülerbücherei

Die Schülerbücherei unserer Schule ist ein Ort des Lesens und der Ruhe.

Alle Schülerinnen und Schüler sind zum Stöbern eingeladen.

Dort befinden sich neben unterschiedlichen Kinder- und Jugendbüchern bis zu sogenannten „Leseöffnern“ (Comics) auch noch

  • Materialien zur Herstellung von Lesezeichen
  • Wechselnde Ausstellung von Schülerarbeiten (Fach Kunst)

Das Büchereiteam besteht aus Schüler*innen, die im Rahmen des BuddY-Projektes ausgebildet sind.

Öffnungszeiten / Ausleihe: MO-FR   1. und 2. Pause

Die Ausleihe ist mit dem Schülerausweis / Mensakarte möglich.

In der 6. Stunde (Mittagspause) ist die Bücherei für den Ganztag geöffnet.

Das Schülerbüchereiteam wird durch jeweils eine Lehrkraft begleitet.

4.2  Schülerbücherei-Buddys

Was macht man als Bücherei-BuddY?

  • Büchereiführung der Klassen 5
  • Duden sichten und reparieren
  • Unterstützung beim Bücherstempeln der Schulbücher
  • Vorlesewettbewerb des Deutschen Börsenvereins für die Klassen 6 organisieren
  • den Tag  der offenen Tür mitgestalten
  • den jährlichen „Lesetag“ der Fachschaft Deutsch vor den Osterferien unterstützen
  • den SommerleseClub vor den Sommerferien der Stadtbücherei unterstützen
  • Dienst in den Pausen in der Bücherei

Wo sind wir zu finden?

Wir sind in der 1. und 2. Pause im Raum 142 (Schülerbücherei) für euch da. In den Mittagspausen ist die Bücherei auch geöffnet.

Was muss ich tun, um Bücherei-BuddY zu werden?

Wenn du auch Interesse hast, ein BüchereibuddY zu werden und anderen Schülerinnen und Schülern  zu helfen, dann melde dich bei  der BuddYlehrerin Frau Schnitter. Du musst mindestens in der 7. Klasse sein. Die „BuddYstunde“ findet jeden Donnerstag in der 7. Stunde statt. Du solltest Interesse für Bücher haben und jüngere Schülerinnen und Schüler dafür begeistern können.

Informationen für die Eltern …

Lesebegeisterung ist eine Grundvoraussetzung, so dass sich Bücher, Texte und damit neue Welten für den Leser erschließen. Comics, Zeitschriften und z. B. Jugendbücher sind gute Möglichkeiten um das Lesen zu üben.  Die Bücherei-BuddYs vermitteln die Lesefreude den jüngeren oder gleichaltrigen Schülerinnen und Schülern. Die BuddYs absolvieren in jeder Pause ihren Dienst und lernen damit auch, eine Bücherei zu führen. Im Team beraten sie Schüler und Schülerinnen und sind auch aufmerksam für neue Buchempfehlungen. Sie erhalten eine Zeugnisbemerkung im Bereich „Außerunterrichtliches Engagement“.

Es besteht eine Bildungspartnerschaft mit der Stadtbücherei Ahlen.

 

5. Bildungspartnerschaft mit der Stadtbücherei Ahlen

Am 1. Februar 2013 unterzeichneten Christoph Wessels (Stadt Ahlen), Ute Czieslik-Mende (Stadtbücherei) und Schulleiter Ulrich Vornholt eine Bildungsvereinbarung.

Kristin Schnitter wird auch künftig die Arbeit der Städt. Gesamtschule mit der Stadtbücherei Ahlen verantwortlich koordinieren.

Kooperationsvereinbarung

Die Stadtbücherei Ahlen und die Städt. Gesamtschule Ahlen schließen eine Bildungspartnerschaft.

Elemente der Bildungspartnerschaft

  1. Die Schule wird die Bildungspartnerschaft verbindlich in das Schulprogramm und die schulinternen Curricula der einzelnen Unterrichtsfächer aufnehmen. Solange diese Kooperationsvereinbarung nicht widerrufen wird, ist sie für alle Lehrerinnen und Lehrer verbindlicher Bestandteil des Schullebens.
  2. Die Bibliothek wird die Schule weiterhin kontinuierlich in der Lese- und Informationskompetenzförderung unterstützen. Die hierzu möglichen Maßnahmen und Angebote werden in jedem Schuljahr gemeinsam an akutelle Gegebenheiten in Schule und Bibliothek bei regelmäßig stattfindenden Treffen (einmal pro Halbjahr) angepasst und weiterentwickelt.
  3. Die konkret geplanten Kooperationsformen der Schule und Bibliothek lauten:
  • Klassen und Gruppenführungen in der Bibliothek
  • Alle neuen Klassen 5 besuchen im ersten Schuljahr bis zu den Osterferien die Stadtbücherei im Rahmen einer Führung und erhalten einen Ausweis für die Stadtbücherei, unterstützt vom Förderverein der Schule.
  • Leseförderung der Kinder der Klassen 5
  • (Besuch der Bücherei spätestens alle acht Wochen, um eine Regelmäßigkeit zu erzielen)
  • Vermittlung von Online-Recherchemöglichkeiten für die Klassen 7
  • Teilnahme des Jahrgangs 5 am Sommerleseclub
  • (Vorbereitung durch einen Besuch der Stadtbücherei mit Anmeldung der Schüler/innen in den letzten zwei Wochen vor den Sommerferien)
  • Unterstützung des Methodenlernens im Rahmen von Referaten/Portfolio
  • Lernförderung in allen Stufen durch die Bereitstellung von Lernhilfe-Büchern/Medien- bzw. Themenboxen

Die Vereinbarungen zur Organisation der Bildungspartnerschaft werden bis auf Widerruf fortgesetzt.

 

6. Vorlesewettbewerb

Alljährlich im November nehmen alle Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen am Vorlesewettbewerb der „Stiftung Lesen“ teil. Pro Klasse werden zwei Klassensieger ermittelt, die anschließend gegeneinander antreten, um den Schulsieger zu ermitteln, der dann die Schule beim regionalen Entscheid vertritt. Die Jury an unserer Schule besteht aus jeweils einem Deutschlehrer pro Klasse. Für die Sieger werden vom Förderverein Buchpreise verliehen.

LESEN macht STARK!